DanielSorour
 
Violoncello

Der Musiker

Das Duport-Projekt

2017 entdeckte ich in meinem Notenregal den Etüdenband "21 Etüden" von Jean-Louis Duport, einem Zeitgenossen Beethovens. Eigentlich hatte ich nur vor, mich mit ein paar Fingerübungen für die nächsten Konzerte fit zu halten - das Repertoire der kommenden Konzerte hatte ich schon drauf und wollte es nicht "überproben", um immer noch genug Elan für die Konzerte übrig zu haben. Wie erstaunt war ich, als ich merkte, wie melodiös und gleichzeitig virtuos die Etüden sind! Warum gibt man diesen Etüdenband Jugendlichen als Lernrepertoire?! Ich selber fand Notizen meines 12-jährigen Ich und erinnerte mich, dass ich über den Schwierigkeitsgrad wirklich verzweifelt war. 

In mir entstand die Idee, einige besonders spannende herauszugreifen und auf die Bühne zu bringen. Solorepertoire für die Bühne für Cello gibt es außer den Suiten von Bach erst wieder im ausgehenden 19. Jahrhundert. Dass die Stücke sehr viel Arbeit bedeuten, war mir klar. Ich musste erst die Tonsprache finden, um die Musik präsentabel zu machen, ohne langweilig und abgespielt - eben etüdenhaft - zu klingen. Vorbilder sind für mich die Etüden von Paganini für Geige Solo und von Chopin für Klavier.

2022 war endlich weit genug, vier der Etüden aufzunehmen. Danach jedoch musste ich die Phrasierung aus den verschiedenen Takes der Aufnahme auswählen. Die Klangästhetik war mir überhaupt noch nicht klar. Immer wieder ließ ich die Aufnahmen ruhen. Ich freue mich sehr, diese nun endlich veröffentlichen zu können. Leider war die Produktion sehr teuer, so dass ich noch nicht weiß, ob ich weitere aufnehmen kann.


Allgemeiner Pressetext 

"Daniel Sorour hat das Cello gewählt, weil es in seinen Augen noch immer unerforscht und frei zu belegen ist. Im 20. Jahrhundert etablierte sich das Cello als solistisches Musikinstrument. Die Wiedergabe von eigens für das Cello komponierten Werken nahm zu.

Für Daniel Sorour ist es genauso spannend, Stücke zu spielen, die gerade nicht für das Cello komponiert wurden. Die Trompete wurde aus der Klassik in den Jazz gezogen. Die E-Gitarre war maßgeblich an der Entwicklung des Rock beteiligt. Der Synthesizer wurde von Techno und Pop belegt. Das Cello kann diese Wege nach Meinung von Sorour auch beschreiten. Die klassischen Werke und Neue Musik sind daher ein genauso wichtiger Punkt im Schaffen von Daniel Sorour, wie das Erforschen neuer Wege und Improvisation sowie Komposition.

Seit 2019 kuratiert Sorour zwei Konzertreihen in Lübeck: "Neue Musik im Ostseeraum" konzentriert sich auf zeitgenössische Klassische Musik und deren Pendants im 18. und 19. Jahrhundert. "Schall und Raum" widmet sich der Verbindung von bildender Kunst und elektronischer Musik."

Imagefilm der Konzertreihe "Schall und Raum" mit Paul Frick, Künstlerduo Eggert/ Rickleffs und Aggregat.